Und was, wenn ein*e Partner*in mehr will als ich?

Siehe die Antworten in den Kommentaren.

Mitglieder werden gebeten Ihre Antworten zu schreiben bevor sie die übrigen Kommentare lesen. Eine Diskussion ist an dieser Stelle nicht erwünscht (die Kommentare werden nach dem Zufallsprinzip jeweils neu geordnet). Hast du auch was zu sagen?

Comments (4)

  • Man könnte mit dem Dialog beginnen, in welchem man herauszufinden versucht, was man denn tatsächlich vom Gegenüber möchte. Kann diese/r Partner*in mir das geben? Es ist essentiell auch über das ‘warum’ oder ‘warum nicht’ zu sprechen. Das zu wissen kann wichtig sein. Vielleicht WILL der/die Partner*in mir das zwar geben, kann aber aus gewissen Gründen nicht (vielleicht weil ein Baby unterwegs ist oder weil es medizinische Gründe dafür gibt). Eine Verbindung muss in solchen Fällen nicht gleich enden, das ist das Schöne an der Nicht-Monogamie. Man kann sich dann fragen, ob man jemand anderes finden kann, der/die diese Bedürfnisse befriedigen kann. Und ob man dann als Paar immer noch einen gemeinsamen Nenner hat, auf welchem man die Beziehung aufbauen kann.
    Und ja, manchmal ist die Antwort auch “Nein”. Es kann entscheidend sein zu wissen, was einem wichtig ist, damit sich eine Beziehung auch wie eine Beziehung anfühlt.
    (Diese Antwort wurde von der Redaktion aus dem Englischen übersetzt.)

  • Auch dieses Thema kommt in allen Beziehungsformen vor. Es ist eine Grundthematik von Nähe und Distanz. Je nach Bindungsmuster oder Schutzstrategien haben wir verschiedene Bedürfnisse. Da hilft es sich seine Bedürfnissen bewusst zu werden, woher sie kommen und im Dialog zusammen die passende Form zusammen zu finden. Also seine Wohlfühlzone zwischen zu nahe und zu distanziert zu erweitern. Das ist nicht immer leicht und ist mitunter ein grosser Brocken auf dem Beziehungsgeleise.

  • Das ist meistens schwierig – und gleichzeitig etwas, womit wohl sehr viele Menschen (ob poly oder nicht) in ihrem Leben ab und an mal konfrontiert sein werden. Es ist schwierig, weil niemand (oder zumindest die wenigsten) die Gefühle eines anderen Menschen verletzten will, erst recht nicht, wenn man diese Person gern hat. Egal wem diese Situation widerfährt: Ich glaube ehrlich und klar sein hilft. Weder zu abweisend noch übermässig bemitleidend sein (Kompensationsverhalten aufgrund schlechtem Gewissen) ist hier wirklich förderlich. Sondern: empathisch & dennoch klar in den eigenen Absichten. Was ich mir in diesem Fall wünschen würde: Ein offenes Ohr, eine liebevolle Umarmung und dann etwas Raum, um meine Wunden zu lecken. Vielleicht siehts in ein paar Monaten wieder besser aus & wir machen wieder morgendliche Fahrradtouren an den Fluss. Vielleicht muss ich den Abstand aber auch halten. Beides völlig okay & wird wohl nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich diese Emotionen erlebe.

  • Ja, und was, wenn ich mehr will!? Beziehungen sind nach meiner Erfahrung nicht statisch und Bedürfnisse ebensowenig. Es ist ein ständiges aufeinander einschwingen, kommunizieren, die Karten offen legen und bereit ein, sich verletzlich zu machen. Es ist in der Regel nicht ein Problem wenn jemand mehr will, sondern wenn diese Hoffnung nicht klar adressiert wird. Sind die gegenseitigen Bedürfnisse und Möglichkeiten erst einmal klar, können Kompromisse getroffen werden und jede*r Involvierte kann für sich entscheiden, wie’s weitergeht. (Klingt jetzt einfach und abgeklärt, aber ist ein durchaus schwieriges Thema in der Praxis. Gibt aber auch viel über sich selbst zu lernen hier.)

Schreibe einen Kommentar