Vom Mangel zum Überfluss

Sind erstmal die klassischen Normen der Exklusivität in Beziehungen etwas gelockert, stellt sich irgendwann die Realisierung ein, dass ‚mehr als genug‘ von allem vorhanden ist: Anhaltende Intimität, emotionale Verbundenheit, innige Berührungen oder auch das aufregend Unbekannte. Was vorher noch das exklusive Fundament einer Beziehung war, ist nun zu einem Baustein geworden, der auch mehrfach verwendet werden kann.

Das verändert alles! Plötzlich werden neue Konstellationen überhaupt d-e-n-k-b-a-r. Und ich bin aufgefordert, in mich zu gehen, um zu spüren was ich denn eigentlich möchte. Denn die naheliegende Pendelbewegung, aus dem Mangel heraus, verleitet dazu die Erfüllung im Gegenteil zu suchen: Möglichst viel, möglichst oft, möglichst ohne Investment und am besten zeitlich hocheffizient. Und irgendwann erwische ich mich vor dem Spiegel mit müden Augen und frage mich, was ich wohl verpasst habe, während ich versucht habe nichts zu verpassen.

Ich merke dann, dass ich manchmal noch den Mangel befürchte wo keiner (mehr) ist. Einfach weil ich es mich noch gewohnt bin. Weil ich wohl doch noch nicht ganz verstanden habe, dass es auch am nächsten Tag noch ‚mehr als genug‘ geben wird. Das die Veränderung in mir statt gefunden hat – und nicht im da draussen.

So gelingt es auch zunehmend eine passende Mitte zu finden. In Bewusstheit und Verantwortung, die Bausteine so zusammenzufügen, dass sie halten – und nicht aus der Erinnerung an den Mangel heraus etwas anzuhäufen. Sondern mit Geduld, Sorgfalt und den eigenen Bedürfnissen im Blick, allmählich ein kleines Zuhause zu bauen.

Erfahrungsberichte, Monogamie, Trennung


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Yanna

Hat noch keinen Beschrieb zu ihrer Person. Sie möchte das auch so belassen.