Wem in deinem Umfeld erzählst du, dass du poly lebst? Wem nicht?

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Freundschaft, Kommunikation

Comments (6)

  • Einerseits spielt es meist keine Rolle, welches Beziehungsmodell ich lebe… ausser natürlich für jene, die mit mir in nahem Kontakt stehen. Anderseits ist es mir wichtig, dass andere Beziehungsformen bekannt und akzeptiert werden, gerade für die nächste Generation. Ich selber habe monogam gelebt, weil das einfach das „normale“ ist. Hätte ich früher andere Vorbilder gehabt, früher erfahren, dass anderes möglich ist und gelebt wird, ich hätte mich nicht für ein monogames Beziehungsmodell entschieden. In diesem Sinne versuche ich, möglichst offen damit umzugehen, ohne es gleich jedem auf die Nase zu binden.

  • Es gibt beispielsweise einige ältere Personen in meinem familiären Umfeld, bei welchen ich keine Notwendigkeit sehe, Ihnen von meiner Beziehungsform zu erzählen. Es ist nicht so, dass ich es zu verstecken versuche, aber sie müssen es einfach nicht unbedingt wissen. Es ist nicht wichtig.
    Generell würde ich empfehlen, dass man sich folgende Fragen stellt: Was sind die Konsequenzen, wenn ich es einer bestimmten Person mitteile? Wären diese Konsequenzen schlimmer als das Gefühl nicht authentisch sein zu können? In manchen Situationen könnte man den Job verlieren, oder das Wohlbefinden der eigenen Kinder wäre bedroht. Dann kann es wichtig sein, dass jemand sich dafür entscheidet, die Beziehungsform für sich zu behalten. Aber im Grossen und Ganzen finde ich muss man keine Kompromisse auf Kosten der Integrität machen.
    (Diese Antwort wurde von der Redaktion aus dem Englischen übersetzt.)

  • Gegenfrage: Wem in deinem Umfeld erzählst du, dass du mono lebst? Nur weil die romantische und gesellschaftskonforme Vorstellung von Zweisamkeit das Stöckchen ist, über das man springen soll, heisst das noch lange nicht, dass diese Lebensform einem entspricht. Genauso wenig, wie mir die gängige Form einer heterosexuellen Beziehung entspricht und ich zu meinem Schwulsein stehe, stärkt es mich, wenn ich auch als poly zu mir stehe. Dieser befreiende Prozess nennt man Coming-out und beschränkt sich nicht nur auf die sexuelle Orientierung.

    Ja, ich bin schwul und poly – und das ist gut so!

  • Ich sage das den meisten Menschen recht früh. Ich habe auch keine Hemmungen damit, da ich ja damit schon in diversen TVs Auftritte hatte. Jedenfalls sage ich es allen Menschen mit denen ich auch über meinen Beziehungsstatus rede. Bis jetzt hat sich noch niemand direkt negativ geäussert. Viele sagen nur, das könnte ich nie, was ich auch ganz gut verstehe.
    Schnell – offen – ehrlich
    Für mich eine Grundvoraussetzung um in Verbindung zu sein.

  • Mein Wunsch wäre: Mich mit allen Menschen, die mir nahe stehen – also Freunde und Familie – über meine Beziehungsform austauschen zu können.
    Mit meinem Freundeskreis ist das kein Problem. Innerhalb der Familie wiederum sehr unterschiedlich. Zum einen, weil z.B. meine Eltern (sie wissen, dass ich nicht-monogam lebe) nicht nachvollziehen können warum ich Beziehungen so führe und darum das Thema meistens umgangen wird und zum anderen, weil ich auch akzeptieren muss, wenn das Thema Polyamorie bspw. bei meinem Bruder Unbehagen auslöst und ich mit ihm immer nur ein paar Sätze aufs mal darüber austauschen kann. Das ist zwar schade, respektiere ich aber völlig!
    Mein Arbeitsumfeld wiederum weiss nichts davon. Das will ich eigentlich auch so beibehalten. Wenns trotzdem irgendwie zum Thema wird erzähl ichs vielleicht, aber dieses Thema ist nicht überall gut verdaubar und irgendwie auch sehr persönlich für mich.

  • Natürlich allen die in einer (potentiellen) Liebesbeziehung mit mir stehen. Ansonsten orientiere ich mich oft am Mensch und nicht am System (beruflicher Kontext, Familie, Freunde etc.).

    Offen und Ehrlich: Allen Menschen, von denen ich weiss, dass sie damit umgehen können. Also mir mit Respekt (und allenfalls mit Interesse) begegnen und diese Informationen auch sensibel behandeln können.

    Etwas zögerlich: Menschen bei denen ich unsicher bin inwiefern sie andersdenkende Menschen aushalten können oder diese als Bedrohung erleben. Da taste ich meistens zuerst ab ob sie überhaupt einen Perspektivenwechsel machen können (z.b. mit polarisierenden Themen wie vegane Ernährung, Homosexualität, Religion oder Politik).

    Überhaupt nicht: Menschen von denen ich weiss, dass diese Information keine Bereicherung oder allenfalls gar irritierend sein wird. Da geniesse ich lieber die bestehenden Gemeinsamkeiten..

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