Wie gehst du mit Eifersucht um?

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Eifersucht

Comments (5)

  • Wenn ich meine Gefühle für mein Gegenüber frei ausdrücken (und selber fühlen) will .. wenn ich mich emphatisch in verschiedene Lebenswelten einlassen möchte .. wenn ich Leidenschaft, Lust, Träume, Wünsche und meine eigene Verletzlichkeit in Beziehungen bringen möchte .. dann scheint mir Eifersucht eine untrennbare Warnmeldung meines Verstandes zu sein. (Ist ja seine Aufgabe, macht er schon recht.) Dies ist gelegentlich unangenehm, teilweise überfordernd, manchmal auch gut zu bewältigen. Wichtig für mich ist der Entscheid, mich von der Eifersucht nicht in meinem explorativen Lebensstil einschränken zu lassen, oder mich davon gar in ein exklusives Besitzdenken zwingen zu lassen. Denn die Vorteile des polyamoren Lebens – mit etwas Distanz betrachtet – überwiegen für mich die vorübergehenden Gefühle der Eifersucht.

  • Dies kommt ganz auf den Kontext an in dem sie mir erscheint. Fühle ich mich gut und zufrieden, dann habe ich kaum eifersüchtige Momente. Die Eifersucht taucht bei mir immer dann auf wenn ich unzufrieden und geschwächt bin. Meist kriecht sie hinter dem Selbstmitleid hervor und tut so als wäre sie das grösste meiner Probleme. Somit ist auch der Umgang mit ihr ganz verschieden. Was ich jedoch gelernt habe ist sie zuzulassen. Ich erforsche das Gefühl und frage mich woher das kommt. Ich gebe der Eifersucht die nötige Aufmerksamkeit aber lasse sie dann auch wieder bewusst gehen. Dies klappt je nach Gefühlszustand nicht immer gleich gut. Meist äussere ich die Eifersucht auch verbal. Ich erzähle meinem Gegenüber die Gedankengänge und wir diskutieren diese. Was ich gelernt habe ist dass Eifersucht immer mit subjektiven Defiziten von mir zu tun hat, was bedeutet dass ich diese auch selbst bearbeiten lernen kann, wenn ich sie zulasse. Eifersucht wird immer ein Teil meiner Beziehungen sein, dies lernte ich zu akzeptieren und ich finde es mittlerweile sogar spannend herauszufinden woher sie kommt, auch wenn dies nicht immer einfach ist.

  • Ich versuche meistens, in diesem fiesen Gefühlszustand erst mal die automatischen Gedanken etwas zu regulieren. „Ich kann das nicht“, „wohin soll ich jetzt nur mit meinen Gefühlen“ und „alles rinnt mir durch die Finger“ haben eine existenzielle Bedrohung, wenn man mitten in der Eifersucht steht. Sie sind aber oft temporäre Realitäten. Mir hilft, wenn ich folgende Dinge zu mir selbst sage:
    1. Es ist ok eifersüchtig zu sein. Kein Grund darin eine Endgültigkeit zu erkennen.
    2. Hey, du weisst wie viel du dieser Person bedeutest, oder? Wenn nicht: Wie kannst du es herausfinden?
    3. Was brauchst du jetzt gerade? Wie wärs mit schwimmen gehen? Oder spazieren? Oder kreativ sein? Grübeln ist oft destruktiv.
    4. Emotionen sind ultra intensiv, aber sie gehen auch wieder vorbei oder verändern sich.
    5. Tu dir was Gutes! Fang dich selbst auf oder begleite dich durch das Gefühl hindurch, so wie du es bei einem_r Freund_in auch tun würdest.
    6. Sprich darüber. Mit wem du gerade möchtest.

  • fühlen, fühlen, fühlen… Voll rein in die Gefühle und sie durchfühlen. Es hilft nichts, sie wegzudrücken. Rein ins Geschehen, voll rein, annehmen und dann bewusst wieder raus! Voll in deine Kraft gehen und dir auch mal auf die Schulter klopfen und sagen: ‚toll hast du das gemacht!‘

    Fragen stellen kann helfen: Woher kommt die Eifersucht? Warum bin ich eifersüchtig? Habe ich Angst, den Partner zu verlieren?

    Je genauer ich mich kenne, desto weniger entsteht das Gefühl von ‚ich bin nicht gut genug‘ etc. Und natürlich mit den Partnern mit Ich-Botschaften darüber sprechen.

  • Eifersucht ist schwierig und fordert mich immer mal wieder heraus. Wenn ich die Kraft habe, versuche ich sie zu fühlen, zusammen mit der verbundenen Verlustangst, Einsamkeit und Selbstabwertung. Oft erinnert mich die Eifersucht auch daran, dass ich mir selber genug sein sollte und die Menschen um mich herum nicht selbstverständlich sind. So oder so sie ist ein untrennbarer Teil von mir, die sich für diesen Weg entschieden hat und viele (!) Vorteile daraus zieht. (Diese Kraft habe ich aber nicht immer. Dann hilft Gesellschaft, Sport oder im Notfall ein Becher Eiscreme und Netflix).

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